Geschichte
Eine humanistische Idee wird 120 Jahre altAm 03. März 1888 gründeten die Astronomen Wilhelm Foerster und Max Wilhelm Meyer, der Industrielle Werner von Siemens, unter wohlwollender Förderung durch den preußischen Staat in der Person des Unterrichtsministers Conrad von Gossler, in Berlin die URANIA-Gesellschaft, als Stätte der „Freude an der Naturerkenntnis“ (Satzung 1888).
Beim Königlichen Amtsgericht I zu Berlin wurde diese Gesellschaft am 12. Mai 1888 in das Handelsregister eingetragen.
Seit ihrer Gründung ist die populärwissenschaftliche Vermittlung neuester Erkenntnisse der Natur- und Geisteswissenschaften für ein breites Publikum ein Grundgedanke der URANIA.
Dieses humanistische Anliegen fand bald gesellschaftliche Anerkennung und erfuhr mit der Gründung weiterer URANIA-Vereine in Deutschland und auch im europäischen Ausland seine Verbreitung.
Dem Berliner Beispiel folgend gründeten sich URANIA-Vereine in Magdeburg (1894), Wien (1897), Budapest (1898), Jena (1909), Breslau (1913), Stettin (1914), Prag (1917), Graz (1919), Meran(1923) und Chemnitz (1926).
Während des Nationalsozialismus wurde das Wirken der Urania allmählich „erstickt“, obgleich nicht offiziell verboten.
Die Urania wurde von der SED und vom sozialistischen Staat gefördert und nach dem Prinzip des demokratischen Zentralismus flächendeckend von der Spitze bis zur Basis organisiert, um ihren Beitrag bei der Herausbildung von allseitig gebildeten sozialistischen Persönlichkeiten zu leisten.
Im Bemühen, nach dem 2. Weltkrieg die URANIA-Idee wieder zu beleben, beschritt man in der BRD und in der DDR systembedingt unterschiedliche Wege.
In Berlin (West) wurde am 19.11.1953 die „Deutsche Kultur-Gemeinschaft“ und in Berlin (Ost) am 17.06.1954 die „Gesellschaft zur Verbreitung wissenschaftlicher Kenntnisse“ gegründet. Die in der DDR agierende Gesellschaft nahm erst auf ihrem IV. Kongress im Januar 1966 in ihren Titel den Terminus „URANIA“ auf.
Mit dem staatlichen Niedergang der DDR und dem Prozess der deutschen Wiedervereinigung ging auch die Auflösung der Strukturen der URANIA einher.
Das hatte im Wesentlichen zwei Gründe:
- den Wegfall staatlich garantierter Gelder und
- das fatalistische Denken und Handeln der meisten bisherigen Funktionäre der URANIA.
In der sich wandelnden Bildungslandschaft des Landkreises Barnim konnte nach der Wende, die URANIA und ihr Grundgedanke erhalten bleiben, weil sich Personen, wie Herr Renner und Herr Klos aus Bernau, Frau Dr. Klose aus Biesenthal und Herr Koch aus Eberswalde, für eine Neugeburt der
URANIA einsetzten.
Gemeinsam mit anderen Personen, die bereit waren der Urania inhaltlich und organisatorisch ein neues Profil zu geben, erarbeiteten sie eine Satzung und ein der damaligen Zeit angepasstes Programm.
Höhepunkt dieser komplizierten und nicht widerspruchsfreien Grundsatzarbeit war die Gründung des Vereins URANIA Barnim e.V. am 08. Mai 1990.
Mit der Gründung des Vereins URANIA Barnim e.V. begann im Land Brandenburg die Fortsetzung und Neuorientierung der URANIA-Arbeit in Form eingetragener Vereine in den Landkreisen. Es folgten die Gründung von URANIA-Vereinen in Cottbus, Frankfurt/Oder und Potsdam sowie in den Landkreisen Teltow-Fläming, Märkisch-Oderland und Königs Wusterhausen, die sich unter dem Dach des URANIA-Landesverbandes Brandenburg e.V. zusammenschlossen.
In den zurückliegenden 18 Jahren hat sich unser Verein zu einem staatlich anerkannten und kompetenten Bildungsverein entwickelt, der im Landkreis Barnim und auch international tätig ist.
Ein Markenzeichen des Vereins ist es, Bildungsangebote zu erstellen, die bedarfsorientiert in enger Zusammenarbeit mit den jeweiligen Partnervereinen bzw. Einrichtungen der Seniorenarbeit und den
Kindertagesstätten durchgeführt werden.
Das spiegelt sich auch im Leistungsangebot des Vereins URANIA Barnim e.V. für das Jahr 2008 wider.
Liebe Mitglieder und Freunde des Vereins URANIA Barnim, wenn Sie unser neues Programm oder Sie entdecken für sich interessante Vorlesungen und Vorträge, Fachkurse, Seminare oder Bildungsexkursionen.
Wir würden uns freuen, wenn wir Sie als Gäste bei einer unserer Veranstaltungen begrüßen könnten.

Dipl.phil Heinz Klos
Vorstandsvorsitzender Bernau, Dezember 2007