MAGAZIN: Brassens-Festival in Basdorf

Foto: Anne-Katrein Becker (privat)
Foto: Anne-Katrein Becker (privat)

Von ANNE-KATREIN BECKER

Endlich wieder Kultur! Nach monatelanger coronabedingter Abstinenz konnten wir wieder zu einem OpenAir-Konzert in die Basdorfer Gärten fahren. Nicht irgendein Konzert – nein, seit vielen Jahren treffen sich dort Künstler aus Frankreich, Deutschland, Chile, Polen, Syrien, Israel, Italien und der Schweiz ( jedes Jahr kommen noch weitere hinzu) und erinnern mit ihren Liedern an den großen französischen Chansonnier Georges Brassens.

 

Auch der Basdorfer Ortsvorsteher Peter Liebehenschel ist mit dabei, er singt Lieder von Brassens und wird in Frankreich als der „singende Bürgermeister“ bezeichnet.


Foto: Anne-Katrein Becker (privat)
Foto: Anne-Katrein Becker (privat)

In zauberhafter Umgebung in den Gärten am René-Iskin-Ring sitzen wir und genießen die Lieder, die von den Interpreten in Französisch, Englisch, Deutsch oder auch Polnisch dargeboten werden. Bäume und Zeltdächer spenden Schatten, so dass wir die tropischen Junitemperaturen gar nicht so extrem empfinden. Außerdem hat die Basdorfer Bahnhofsgaststätte eine „Zweigstelle“ eingerichtet und bewirtet uns mit kühlen Getränken aber auch mit Bratwurst.

 

Warum aber gerade Basdorf und ein französischer Liedermacher?
Da müssen wir leider in die schreckliche deutsche Geschichte eintauchen. Von 1943 bis 1944 war Brassens Zwangsarbeiter in den Zühlsdorfer Motorenwerken, in denen Flugzeugmotoren produziert wurden.

 

Die jungen Franzosen kampierten in Baracken in Basdorf; hier hatte der 22-jährige bereits seine ersten Lieder geschrieben und gemeinsam mit seinem Freund René Iskin gesungen. Dieser Freund bürgte auch für ihn, als Brassens für zehn Tage Urlaub bekam, riet ihm aber gleich, in Frankreich in den Untergrund zu gehen und nicht zurückzukehren.


Foto: Anne-Katrein Becker (privat)
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Foto: Anne-Katrein Becker (privat)
Foto: Anne-Katrein Becker (privat)
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Das bedeutete für Iskin, dass er bis 1945 keinen Heimat-Urlaub mehr bekam. Nach dem Krieg wurde Brassens in Frankreich ein gefeierter Chansonnier, die Freundschaft zu Iskin hielt ein Leben lang.

 

In den 1990er Jahren nahmen Basdorfer Geschichts- und Musikinteressierte Kontakt zu französischen Künstlern auf und seither gibt es zweimal im Jahr in Basdorf und benachbarten Gemeinden diese fantastischen Konzerte. In diesem Jahr wird der 100. Geburtstag von Brassons begangen, der leider schon 1981 starb. Aber sein Freund René Iskin hat diese Kontakte noch mit aufgebaut. Im kommenden Oktober können wir uns auf das „Fest zum 100. Geburtstag von Georges Brassons“ in Basdorf freuen.

Diese Konzerterinnerung schrieb Anne-Katrein Becker. Danke ♥


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