MAGAZIN: Resumee - Wir im Wahljahr 2021

Foto: Pixabay
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Von DR. RICHARD HINDERLICH

Am 20.05.2021 fand sich im URANIA-Klub eine Gruppe potenzieller Wähler zusammen, um über die eigene Standortbestimmung in Bezug auf Ansprüche und Verhalten der zu Wählenden zu beraten.

 

Anlass war die verbreitete Auffassung, dass Wahlen nichts bewirken, der einzelne Wähler zur zählenden Stimme degradiert wird und er deshalb gleich zu Hause bleiben kann. Diese Auffassung wurde von den Anwesenden nicht geteilt und auf Chancen verwiesen, wie Einfluss auf Politik und Verhalten von zu Wählenden (Parteien und Personen) genommen werden kann.


Letztlich verändert sich die Gesellschaft nur wenn Menschen sie verändern.
Deshalb ist jeder gefragt und zur Mitarbeit berechtigt. Zur Wahl zu gehen und mit seiner Stimme Standpunkt zu beziehen ist die logische Konsequenz. Da unsere Demokratie über die Stellvertretung der Abgeordneten funktioniert, ist die Entscheidung wer gewählt werden soll und damit Machtbefugnisse erhält, keine untergeordnete Frage. Genau darum ging es bei der Zusammenkunft im Klub.

 

Alle Abgeordneten müssen sich fragen lassen, ob sie gewillt und moralisch berechtigt sind, tatsächlich die Interessen des Wahlvolkes zu vertreten. Es geht also um Inhalte konkreter Politik und um ethische Ansprüche und moralisches Verhalten.

  • Was erwarten wir als Wähler von einem Abgeordneten?
  • Welche Positionen sollte er in politischen Entscheidungen unterstützen?

Den Versammelten, den Wählern war es wichtig, dass alles getan wird den Frieden in der Welt zu sichern.
Abrüstung und Abbau jeglicher Konfrontation scheint die Logik zu gebieten. Aber ist der Ruf nach Erhöhung der Militärausgaben, die Bundeswehr weltweit aktionsfähig zu machen, dem Atomwaffensperrvertrag nicht beizutreten dafür nicht kontraproduktiv?

 

Natürlich ist uns die Erhaltung der natürlichen Umwelt als Lebensgrundlage der Menschheit und der nachfolgenden Generationen überaus bedeutsam.

 

Klimaschutz, eine nachhaltige Wirtschaft, ein sorgsamer Umgang mit den natürlichen Ressourcen usw. werden von allen Verantwortungsträgern zur vordergründigen Aufgabe erklärt. Verträgt sich das mit der Auffassung, der Markt wird das schon richten? Wer ist verantwortlich für Klimakatastrophen, für den Dieselskandal für den vernachlässigten Personennahverkehr? Dass wir der Globalisierung nicht entfliehen können, macht die gerade grassierende Seuche auch dem letzten Zweifler klar.

 

Alles hängt mit allem zusammen.

Wollen wir eine Welt, die in arm und reich geteilt ist? Wären die Milliarden für die Hochrüstung nicht besser zur Angleichung der Lebensverhältnisse in der Welt investiert? Bedarf es der Anmaßung führende Nation zu sein? Haben nicht alle Völker das Recht auf Mitbestimmung im internationalen Chor der Völker?

 

Natürlich waren Probleme, die unter Soziales gezählt werden, wichtig in der Diskussion. Prekäre Arbeitsverhältnisse, ein Lohnniveau, das zum Leben kaum reicht, war Gegenstand der Teilnehmergespräche.

 

Bemängelt wurden wachsende soziale Ungleichheit und die Tatsache, dass Bildung auch in der Gegenwart noch stark vom finanziellen Status der Eltern abhängt. Bezahlbare Mieten dürfen keine Utopie sein. Es kann nicht hingenommen werden, dass Altenpflege und gesundheitliche Betreuung nicht dem Maßstab der Menschlichkeit unterliegen, sondern Profit die Orientierung bestimmt. dem Maßstab der Menschlichkeit unterliegen, sondern Profit die Orientierung bestimmt. Mindestrenten offenbar unbezahlbar sind, aber die Zahl von Superreichen von Jahr zu Jahr steigt. Beispiele ohne Ende.

 

Es ist kein Wunder, dass in Bezug auf die Mängelliste und das viele Nichtgenannte die Persönlichkeit der Abgeordneten ins Spiel kommt.

 

Wie heißt es in der Verfassung, dem Grundgesetz: “Der Abgeordnete ist nur seinem Gewissen verpflichtet“. Wenn also die Verfassung gilt, muss das Vorhandensein von Gewissen bei manchem Abgeordnetem des Bundestages bezweifelt werden.

 

Neueste Skandale sind in aller Munde, an Masken zur Pandemiebekämpfung wurden durch Korruption Millionen verdient. Wir erleben, dass eine Kandidatin für das Bundeskanzleramt mal so vergisst, 37.000 € Nebeneinnahmen zur Versteuerung anzumelden und eine des Plagiats Verdächtige sich zum Regierenden Bürgermeister berufen fühlt.

 

Scheinbar ist das schon Tradition, da der ehemalige Bundeskanzler Kohl sich mit Millionen bestechen ließ, ein Strauß dem nicht nachstand, wegen wegen Korruption sogar ein Bundespräsident sein Amt verlor. Alles in freier und geheimer Wahl Gewählte!

 

Also Wähler schaut euch genau an, wem ihr eure Stimme gebt, seht auf das Programm der jeweiligen Partei und Person, hinterfragt die Glaubenssätze und Maximen der Kandidaten!

 

Mit den besten Wünschen

 

Dr. sc. phil. Dr. päd. Richard Hinderlich
Vereinsvorsitzender


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